Lehrveranstaltungen im Winterrsemester 2023

Im Wintersemester wird die vakante Professur von Frau Dr. Natalia Borisova vertreten

Dr. Natalia Borisova
 

Slavistisches Forschungskolloquium
Dienstag: 15.15 – 16.45 Uhr                                                  H 303


MA Schule - Slavistik, MA OGM, LA Russisch

Das Kolloquium versteht sich als Forum für die Präsentationen der Arbeiten und Projekte von Examenskandidaten und Promovierenden sowie für die Diskussion neuerer slavistischer, literatur- und kulturwissenschaftlicher Forschungsansätze.

Counterculture – ästhetischer und politischer Protest in UdSSR
Dienstag: 17.00 – 18.30 Uhr                                                  D 431

BA Slavistik, MA Osteuropa: Geschichte – Medien,  LA Russisch, BA/ MA Edu Russisch

In dem Hauptseminar beschäftigen wir uns mit den essayistischen, fiktionalen, autobiographischen und wissenschaftlichen (historischen) Texten der sowjetischen inoffiziellen Kultur. Diese Kultur formierte sich in der Sowjetunion ab den 1950er Jahren und lässt sich als eine counterculture (Yinger 1982) beschreiben, eine Kultur, die sich jenseits der sowjetischen Normvorstellung und Kontrolle behauptete und alternative Kommunikationswege (samizdat, tamizdat) entwickelte. Im Seminar konzentrieren wir uns auf zwei Themen: 1) Herausbildung des anderen historischen Gedächtnisses: in diesem Seminarteil werden historische (Roj Medvedev, Aleksandr Nekrich), autobiographische Texte (Ginsburg, Sinjavskij) und Texte an der Grenze zwischen Fiktion und (Auto)biographie (Varlaam Schalamov, Vasilij Aksenov) gelesen. Der zweite Teil des Seminars konzentriert sich auf die Ästhetik der inoffiziellen Kultur. Hier lesen (und schauen) wir Texte und Filme aus Russland und Ukraine: Ivan Dzjubas „Internationalismus oder Russifizierung“, den Film von Sergej Paradzhanov „Die Schatten vergessener Ahnen“, fantastische und satirische Texte von Andrej Sinjavskij (Abram Terz) und Julij Daniel (Nikolaj Arzhak), Sinjavskijs Essay „Was ist sozialistischer Realismus?“, den Cult-Roman „Moskva-Petuški“ von Venedikt Erofeev, Gedichte und Essays von Iosif Brodskij (Joseph Brodsky)

Einführung in die slavischen Kulturen
Mittwoch: 10.00  - 11.30 Uhr    
                                            Z 1003

BA Slavistik, MA Osteuropa: Geschichte – Medien,  MA of Edu Russisch, LA Russisch

In der Veranstaltung werden Grundbegriffe der Kulturwissenschaft vermittelt (Diskurse, Aufschreibesysteme, Dispositive) sowie solche der Konstruktion von Kulturräumen (mental mapping: Osteuropa, Balkan, Orientalismus).
Besondere Aufmerksamkeit gilt spezifischen Diskursen und Dispositiven in Osteuropa, wie z.B. der Ikone und ihrer Tradition in der Avantgarde sowie unterschiedlichen rhetorisch und religiös geprägten Kulturkreisen (Slavia latinaslavia orthodoxaslavia islamica). Bestimmte Formen des politischen Lebens in Osteuropa, wie Messianismus (Moskau als „drittes Rom“, Polen als auserwähltes Volk) und Herrscherkult (Lenin-, Stalin-, Tito-Kult), werden mit Blick auf die jeweiligen Kulturtraditionen analysiert.
Erklärt werden verschiedene kulturelle Programme einer Vereinigung von Slaven (Slavophilentum, Panslavismus, Austroslavismus, Neoslavismus), welche die Entstehung von multinationalen Staaten, wie des russischen Reiches, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Jugoslawien, zur Folge hatten.
Ebenso werden einige wichtige nationale und transnationale Mythen und Erinnerungskulturen vorgestellt. In der Veranstaltung bleibt stets eine vergleichende Perspektive auf Ost und West im Blick.

Anna Karenina“ – Roman und Epoche
Mittwoch: 11.45 - 13.15 Uhr                                                  H 305


BA Slavistik, MA Osteuropa: Geschichte-Medien, LA Russisch, BA/MA Edu Russisch

Mit „Anna Karenina“ schrieb Tolstoj seinen wohl bekanntesten Roman. Es ist der Text der russischen Literatur, den auch diejenigen – zumindest mit dem Titel - kennen würden, die noch nie etwas von der russischen Literatur gehört oder gelesen haben.

In diesem Proseminar wollen wir uns diesem ebenso faszinierenden wie enigmatischen Text annähern. Tausendfach interpretiert, bietet er immernoch genügend Raum für Neuinterpretationen und gerade in den letzten Jahren kamen neue Forschungen hinzu, die diesen Roman mit den überraschenden Kontexten (wie der der „untreuen Nation“ (Kuzmic 2016) oder der „unmöglichen Erzählung“ Weir 2011) verbinden.  Unsere Auseinandersetzung mit dem Text beginnt mit literatur- und texttheoretischen Fragen, wir analysieren den Roman in Hinsicht auf den Aufbau, narrative Strukturen und Erzählstrategien. Anschließend konzentrieren wir uns auf kulturhistorische Aspekte des Textes. Dazu bietet dieser Roman ausreichend Stoff. Die Krise der Ehe und die „Frauenfrage“, diverse Ökonomien des Selbst, religiöse Kultur und die Krise der Orthodoxie, die Kolonisierung von Mittelasien und der Balkankrieg – das sind nur einige, von den vielen Themen, die dieser Roman anspricht und mit denen wir uns beschäftigen wollen. Alle Texte, auch Forschungsliteratur liegen in dt. Übersetzungen, bzw. auf Deutsch oder Englisch vor.

Konzepte Osteuropas
Mittwoch: 13.30 - 15.00 Uhr                                                  H 305

MA Osteuropa: Geschichte-Medien

Diese Veranstaltung ist ein interdisziplinärer Kurs, der zusammen mit der Osteuropäischen Geschichte veranstaltet wird. Die Studierenden befassen sich mit grundlegenden Texten und Konzepten zu Osteuropa, die abschließend in einem Plenum diskutieren werden.

Dr. Innokentij Urupin/Dr. Maria Zhukova
 

Migrationskonzepte im Film: osteuropäische und internationale Kontexte
Donnerstag: 11.45 - 13.15 Uhr                                             H 303


BA Slavistik, LA Russisch, BA/MA of Edu Russisch, MA OE, BA LKM 

Seit  ihrer Entstehungszeit um 1900 war Kinematographie mit dem Phänomen der Migration eng verflochten. Deportation, Exil, Nomadentum oder Tourismus – alle Arten der Ortsänderung, sei es gewollt oder gezwungen, beeinflussen Ästhetiken des Films. Auf der Produktionsebene sind dabei Filmemacher mit Migrationshintergrund ständig bemerkbar.  

In unserem Seminar wenden wir uns erstens den personalen Umwälzungen im Filmgeschäft zu, die von historischen Migrationswellen, ausgelöst durch die Oktoberrevolution 1917 in Russland oder das Naziregime in Deutschland, verursacht waren. Zweitens befassen wir uns mit den filmischen Repräsentation der Migration; dabei schlagen wir einen Bogen von den Filmen der Stummfilmära zu den osteuropäischen Filmen der letzten Jahrzehnte im breiteren Kontext der Weltkinematografie. In Jakov Protazanovs Uchod velikogo starca (1912) und Charlie Chaplins The Immigrant (1917) oder Sergej Dvorcevojs Ajka (2018), Małgorzata Szumowskas Śniegu już nigdy nie będzie (2020) und Fatikh Akins Rheingold (2022) lassen sich wiederkehrende Motive und Sujetstrukturen nachverfolgen, auf die wir im Seminar genauer eingehen werden. Unser besonderes Interesse gilt der Figur des Migranten, der, unabhängig von seiner nationalen Zugehörigkeit, Kreativität und Erfindungskunst offenbart, so dass der Film über Migration nicht nur ethische, sondern auch ästhetische Fragen ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

 

Folgende Lehrveranstaltungen können ohne Deutschkenntnisse besucht werden. Dieses Angebot wendet sich vor allem auch an Studierende aus der Ukraine.

Dr. Renata v. Maydell
Einführung in die slavischen Kulturen
Mittwoch: 10 - 11.30 Uhr H 303

Das Philosophenschiff
Dienstag: 17 - 18.30 Uhr H 303

Dr. Oxana Monteiro
Frauen, die schreiben
Donnerstag: 17 - 18.30 Uhr H 304

Dr. Maria Zhukova/Dr. Innokentij Urupin
Meister der sowjetischen Filmavantgarde und Stalinismus
Donnerstag: 11.45 - 13.15 Uhr H 303

Dr. Mykhailo Nazarenko (Kiev)
Ukrainische Literatur vom Barock bis zur Postmoderne
Montag: 10 - 11.30 Uhr online

Prof. Dr. Bernhard Brehmer
Heritage Language Acquisition: Factors and Outcomes
Dienstag: 11.45 - 13.15 Uhr E 402

Ph Dr. Malinka Pila
Einführung in die Slavische Sprachwissenschaft I, Synchronie mit Übung
Donnerstag: 8.15 - 9.45 Uhr G 305
Freitag: 10 - 11.30 Uhr G 305

Sprachkontakt in nordslavischen Standard- und Minderheitensprachen
Dienstag: 10 - 11.30 Uhr G 305

Prof. Dr. Rainer Lindner
Ukraine. A History
Freitag: 10 - 13.15 Uhr D 303 / 14 tägig

Dr. Gruia Badescu
Dealing with the past: Memory and justice in Eastern Europe and Latin America 
Blockseminar