Aktuelle Monographien und Sammelbände

Steffen Bogen

Mit dem Zufall spielen. Würfel, Karten, Zahlen, Quanten

Brett- und Kartenspiele bilden ein Genre, das hier erstmals kulturgeschichtlich verortet und wissenschaftlich vermessen wird.
 

Parallel zum Aufkommen von Computerspielen sind in den letzten Jahrzehnten Spielarchitekturen entstanden, die dem Zufall auf neue Weise Raum geben und ihn zusammen mit den Spielenden an der Regulierung der Partie beteiligen. So wird der Spaß des Entwickelns von Spielen in das Spiel selbst hineingetragen und dort immer wieder neu entfacht. Das Buch entfaltet aus diesem Grundzug höchst anschaulich eine umfassende Spieltheorie. So werden mit Monopoly und CATAN zwei moderne Klassiker des Brettspiels vergleichend analysiert, eine Partie Scotland Yard aus Sicht der beiden Spieler kommentiert und aus der Entwicklung von Camel Up (Spiel des Jahres 2014) aleatorische Grundbegriffe abgeleitet. Dabei zeigt sich eine Rolle des Zufalls, die weit über das hinausgeht, was man ihm landläufig zutraut: Zufälle bestimmen nicht nur über glücklichen Gewinn oder unglücklichen Verlust, sondern bezeichnen ein mit der Spielearchitektur und den Spielmaterialien eingeschränktes Maß von Freiheit, Unabhängigkeit und Willkür von Spielrunden.

In einem Ausblick werden diese Überlegungen zur kollektiv bestimmten Kontingenz der Brettspiele an eine Reihe natur- und kulturwissenschaftlicher Phänomene herangeführt, die vom genuinen Zufall quantenphysikalischer Ereignisse, über das Einpendeln ökologischer Gleichgewichte bis hin zur Modellierung digitaler Infrastrukturen reichen.

Zum Buch

ca. 275 S., ca. 91, meist farbige Abbildungen, gebunden, Schutzumschlag
ca. 28,11€ (DE), ca. 28,81€ (A) ISBN: 9978-3-8353-9068-1


Coverbild der Publikation "Kunstgeschichte, Kunsttechnologie und Restaurierung: Neue Perspektiven der Zusammenarbeit"

Graduiertenkolleg Rahmenwechsel

Kunstgeschichte, Kunsttechnologie und Restaurierung: Neue Perspektiven der Zusammenarbeit

Eine Einführung

Aviva Burnstock, Tanja Klemm, Tilly Laaser, Karin Leonhard, Wibke Neugebauer, Anna von Reden (Hg./Eds.)

In Museen, Universitäten, Forschungsinstituten, auf dem Kunstmarkt und in der Denkmalpflege arbeiten Kunsthistoriker:innen, Kunsttechnolog:innen und Restaurator:in-nen Hand in Hand. Sie teilen dabei das Interesse an Materialien und Materialitäten sowie die kultur- und naturwissenschaftliche Perspektive auf Objekte wie Gemälde, Skulpturen, Textilien u.v.m.

Erstmals wird hier die Zusammenarbeit der Disziplinen veranschaulicht und für den deutsch- und englischsprachigen Raum zugänglich gemacht. Die Beiträge von internationalen Fachleuten reichen von Objektanalysen mit einem Schwerpunkt in der Malerei bis hin zu Fragen nach dem praktischen Umgang mit kulturellem Erbe. Zum Teil dialogisch verfasste Beiträge aus renommierten Forschungsprojekten werden durch ein Begriffsglossar (z.B. zu Kunsttechnik, Material, Rezept, Stil) ergänzt. So bietet der Band eine unverzichtbare Einführung in Fallbeispiele und Grundbegriffe der kunstgeschichtlichen, kunsttechnologischen und restauratorischen Zusammenarbeit.

Die Autor:innen

Verena Bergmann, Carolin Bohlmann, Beth Boyce, Lisa Braun, Janina Burandt, Rebecca Chipkin, Jessica David, Meike Gerken, Richard Hark, Lawrence Hendra, Christoph Herm, Charlotte Hoffmann, Henry Keazor, Stephan Knobloch, Helen Kohn, Maria Kokkori, Denise Madsack, V. E. Mandrij, Petra Mandt, Elisa von Minnigerode, Philip Mould, Jilleen Nadolny, Ulrike Palm, Veronica Peselmann, Clare Richardson, Anupam Sah, Jochen Sander, Iris Schaefer, Christoph Schölzel, Kate Stonor, Heidi Swierenga, Anna Katharina Thaler, Edward Town, Regina Urbanek

Zum Buch

Englischer Titel: Art History, Art Technology and Conservation: New perspectives for cooperation
An introduction
Zweisprachig, in Deutsch und Englisch ca. 680 Seiten mit 102 Farb- und 30 s/w-Abbildungen 17 x 24 cm, Klappenbroschur ca. € 49,00 (D) | € 50,40 (A) WGS 1581

Erscheint Frühjahr 2024


Jürgen Stöhr

Das Sehbare und das Unsehbare. Abenteuer der Bildanschauung. Teil 3: Caravaggios Enthauptung des Johannes

Im Herbst/Winter 2023 erscheint Jürgen Stöhr neues Buch. Es ist ein Plädoyer für eine intensive Bildbetrachtung von Gemälden; Mit den hier vorliegenden Analysen tauchen wir in die ungeheuer vielgestaltige Bildwelt des Malers Caravaggio ein. Ein Abenteuer, das auch deshalb ein besonders verlockendes Wagnis ist, weil es darum geht, sich ganz auf die eigene ästhetische Erfahrung einzulassen. Erst und nur in der konkreten Bildanschauung begegnen wir dem tieferen Sinn der eigenbedeutsamen Bildphänomene in den Gemälden. » Den Wert der Malerei erblicken wir«, so formulierte es der Kunsthistoriker Theodor Hetzer früher einmal euphorisch und pathetisch, »im Zauber ihrer Möglichkeiten«.
Die Leserinnen und Leser sind eingeladen zu einer rezeptions-ästhetischen und phänomenologischen Reise durch großartige Bildlandschaften der frühen Neuzeit.
Dabei stehen hier Caravaggios Bildlösungen im Zusammenhang mit der Enthauptung des Johannes im Mittelpunkt des Interesses.